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XPlanGML im Urbanen Digitalen Zwilling: Drei typische Fragestellungen aus der Bauleitplanung
XPlanGML hat sich als Standard für die digitale Bereitstellung von Bauleitplänen etabliert. Der IT-Planungsrat hat die verbindliche Anwendung der Standards XPlanung und XBau für IT-Verfahren im Bau- und Planungsbereich beschlossen. Immer mehr Kommunen stellen Bebauungspläne strukturiert und standardkonform bereit. Doch mit der Verfügbarkeit der Daten beginnt erst die eigentliche Herausforderung: Wie lassen sich die enthaltenen Informationen im Planungsalltag effizient nutzen?
Festsetzungen, Baufenster, Nutzungsarten oder Höhenvorgaben liegen in XPlanGML strukturiert vor, ihre räumliche Wirkung erschließt sich daraus aber nicht immer unmittelbar. Der Urbane Digitale Zwilling verbindet Planungsdaten mit 3D-Stadtmodellen, Geobasisdaten und weiteren Fachinformationen und schafft damit eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für die Bauleitplanung. VC XPlan, ein Plugin der VC Map, setzt hier an: Es interpretiert XPlanGML-Daten direkt und stellt sie im 3D-Stadtmodell dar.
Im Folgenden zeigen wir drei typische Fragestellungen aus der Praxis.
1. Wie wirken Baufenster und Höhenfestsetzungen im Bestand?
Bebauungspläne legen fest, wo gebaut werden darf und welche Gebäudehöhen oder Geschosszahlen gelten. Für die fachliche Bewertung ist entscheidend, wie sich diese Festsetzungen in die vorhandene Situation einfügen: Welche Gebäude grenzen an, wie ist die Umgebung strukturiert, wie sieht der Übergang zu einem angrenzenden Quartier aus?
VC XPlan visualisiert die im Bebauungsplan festgelegten Baufenster als räumliche 3D-Körper im Stadtmodell und stellt Höhenangaben und Geschossigkeiten dar, sofern sie im Plan enthalten sind. Die Bestandsbebauung im Geltungsbereich lässt sich ein- und ausblenden, sodass Planung und vorhandene Gebäude direkt vergleichbar sind. Die Analysefunktionen der VC Map, etwa Messen, Schatten, Sichtbarkeit und Sichtachsen, lassen sich dabei ebenfalls nutzen. Zusammenhänge, die aus Planunterlagen allein schwer abzuleiten sind, werden so erkennbar.
2. Wie lassen sich XPlan-Daten gemeinsam mit weiteren Fachinformationen betrachten und vermitteln?
Bebauungspläne werden in der kommunalen Praxis selten isoliert betrachtet. Oft müssen sie gemeinsam mit weiteren Informationen ausgewertet werden, etwa mit Geobasisdaten, Umweltinformationen, Klimadaten sowie Infrastruktur- und Bestandsdaten. Der Urbane Digitale Zwilling schafft dafür einen gemeinsamen räumlichen Bezugsrahmen, in dem sich unterschiedliche Fachinformationen zusammen betrachten lassen, ohne zwischen verschiedenen Anwendungen wechseln zu müssen. VC XPlan trägt dazu bei, indem es Planungs- und Bestandsdaten in der VC Map zu einer einheitlichen Sicht zusammenführt. Weitere Fachinformationen, etwa Hochwassergefahrenkarten, lassen sich als zusätzliche Layer ergänzen.
Eine solche anschauliche Sicht hilft auch, Planungen zu vermitteln, denn Planentwürfe müssen Fachleute und Nicht-Fachleute erreichen. Wer ein Plangebiet interaktiv im 3D-Stadtmodell erkunden kann, versteht Festsetzungen leichter, bei der Vorbereitung von Gremiensitzungen ebenso wie in fachlichen Beteiligungs- und Abstimmungsprozessen. VC XPlan visualisiert XPlanGML-konforme Bebauungspläne unabhängig vom Planungsstatus, rechtskräftige Pläne ebenso wie Entwürfe. Einzelne Planungsebenen lassen sich selektiv anzeigen, sodass die Darstellung auf die jeweilige Fragestellung zugeschnitten werden kann.
3. Wie können XPlanGML-Daten verwaltet und in der VC Map genutzt werden?
VC XPlan ist als Erweiterung der VC Map so konzipiert, dass es die über Dienste bereitgestellten XPlan-Daten aus einer xPlanBox direkt verarbeiten und visualisieren kann. Die Verwaltung und Bereitstellung der Daten erfolgt automatisiert und dienstbasiert in der xPlanBox. VC XPlan dient der Visualisierung, über die Erweiterung entsteht keine zusätzliche Datenhaltung. Eine separate Konvertierung in andere 3D-Formate ist nicht erforderlich.
Wenn Sie noch kein Backend für die Verwaltung und dienstbasierte Bereitstellung Ihrer XPlan-Daten in Betrieb haben, können Sie die xPlanBox auch über uns beziehen.
Fazit: Vom Datenaustausch zur fachlichen Nutzung
XPlanGML schafft die Grundlage für eine standardisierte digitale Bauleitplanung, den Mehrwert bringt erst die Nutzung im Arbeitsalltag. Räumliche Visualisierung, 3D-Stadtmodelle und Urbane Digitale Zwillinge ersetzen weder den Bebauungsplan noch die fachliche Bewertung durch Planerinnen und Planer. Sie machen Festsetzungen aber anschaulicher und helfen, fachliche Fragestellungen effizienter zu bearbeiten.