Wiesbaden: Ein Urbaner Digitaler Zwilling für alle Zielgruppen und Ansprüche
Wie Wiesbaden mit einer umfassenden Geodateninfrastruktur bestehende Strukturen weiterentwickelt und zu einer gemeinsamen Arbeitsgrundlage verbindet
Ein Projekt, das verbindet: Wiesbadens Weg zum Digitalen Zwilling
Aufbauend auf neuen Strukturen und dem Anspruch, neue Wege zu gehen
Wiesbaden hat sich vorgenommen, die Potenziale eines Urbanen Digitalen Zwillings für Verwaltung, Planung und Bürgerbeteiligung nutzbar zu machen. Der folgende Bericht zeigt, wie die Stadt dieses Vorhaben strategisch, organisatorisch und technisch angegangen ist. Er beleuchtet Ziele, Lösungsansätze, eingesetzte Technologien, Kommunikationsstrategien und gibt einen Ausblick auf nächste Schritte.
Wiesbadens Weg zum Digitalen Zwilling
Wiesbaden verfügte bereits vor Projektbeginn über eine umfangreiche Geodatenbasis: Ein 3D-Gebäudemodell lag seit 2006 vor und wurde seit 2015 von Virtual City Systems (VCS) gehostet. Zusätzlich zum 3D-Modell wurde in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich eine Geodateninfrastruktur, die umfangreiche 2D- sowie 3D-Daten enthält, aufgebaut. Für die Web-Visualisierung raumbezogener Informationen nutzte Wiesbaden bereits ein 2D-Geoportal. Doch mit neuen Anforderungen, insbesondere durch die organisatorisch neu geschaffene Einheit Smart City, rückte das Thema Urbaner Digitaler Zwilling verstärkt in den Fokus – als Möglichkeit, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und miteinander zu verknüpfen.
Eine wichtige Grundlage für den Einstieg war die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“ des Hessischen Ministeriums für Digitalisierung und Innovation. Damit konnten erste technische und organisatorische Schritte umgesetzt werden.
Ein Zwilling für alle: Planung, Klima, Öffentlichkeit
Was Wiesbaden mit dem Digitalen Zwilling erreichen will
Wiesbadens Digitaler Zwilling richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen: Verwaltung, Politik, Fachöffentlichkeit und Bürgerinnen und Bürger. Ziel ist es, komplexe Stadtentwicklungsprozesse datenbasiert zu unterstützen, Ressourcen effizienter zu nutzen und gleichzeitig die Stadtgesellschaft einzubinden. Der Zwilling bildet dabei Themen aus Mobilität, Klima, Umwelt, Sozialem und Kultur ab.
Ein konkretes Beispiel ist der inzwischen integrierte Baustellen-Überblick. Er macht laufende und geplante Maßnahmen im Stadtraum transparent und unterstützt sowohl die interne Abstimmung als auch die Information der Öffentlichkeit.
Statt Insellösungen: Kontinuität nutzen, Modularität sicherstellen
Für die Umsetzung nutzt Wiesbaden verschiedene Komponenten der VC Suite
Ein zentrales Prinzip war die Anschlussfähigkeit an bereits vorhandene Strukturen. Die Stadt Wiesbaden nutzte bereits Lösungen aus dem VCS-Portfolio, darunter das Hosting des 3D-Gebäudemodells. Aufbauend auf dieser Basis kommen heute verschiedene Komponenten der VC Suite zum Einsatz:
- VC Publisher für Datenaufbereitung und -bereitstellung
- VC Map als öffentliches und internes Visualisierungs-Frontend
- VC Database zur konsistenten Speicherung semantischer Stadtmodelldaten
- VC Warehouse für 3D-Datenkonvertierung in gängige Industrieformate
- VC Story für interaktive Inhaltsaufbereitung
Die öffentliche Plattform wird über eine externe Infrastruktur betrieben, während sensible Daten innerhalb der städtischen IT verbleiben.
Kommunikation statt Komplexität
Wie Wiesbaden den Digitalen Zwilling erklärt und weiterentwickelt
Ein Digitaler Zwilling entfaltet seinen Nutzen nur dann vollständig, wenn er auch aktiv kommuniziert und erklärt wird. Die Stadt Wiesbaden setzt auf ein breites Spektrum an Kommunikationsformaten – von Pressemitteilungen über Screencasts bis hin zu Workshops mit Schulen und Hochschulen. Rückmeldungen aus diesen Formaten werden gesammelt und für die Weiterentwicklung genutzt.
Was wirklich zählt: Zusammenarbeit und Augenhöhe
Erfolgsfaktoren jenseits von Technik
Ein wesentlicher Aspekt für den bisherigen Projekterfolg in Wiesbaden war und ist die Zusammenarbeit zwischen dem Smart-City-Referat und dem Sachgebiet Geoinformation. Möglich wurde das durch ein gemeinsames Zielverständnis, Offenheit für bereichsübergreifende Kooperation und die Bereitschaft, bestehende Verwaltungsstrukturen weiterzuentwickeln.
Blick nach vorn: Wärme, Verkehr, Open Data
Die nächsten Ausbauschritte des Zwillings
Die Weiterentwicklung des Digitalen Zwillings erfolgt in enger Abstimmung mit den Fachbereichen der Stadtverwaltung, städtischen Gesellschaften sowie externen Partnern. Thematisch stehen die folgenden drei Schwerpunkte im Vordergrund:
- Kommunale Wärmeplanung
- Mobilität und Verkehrsfluss
- Einbindung externer offener Daten über das Dynamic Layers Plugin (Datenkataloge der EU, des Bundes, des Landes etc.)
Ein weiteres Werkzeug, das künftig eine zentrale Rolle in Wiesbaden spielen soll, ist die VC Story: Es kann die redaktionelle Aufbereitung von Themen für bestimmte Zielgruppen oder mit spezialisiertem Fokus deutlich vereinfachen und damit intuitiv und interaktiv nutzbar machen.
Fazit: Digitalisierung, die verbindet
Wiesbaden verbindet mit dem Urbanen Digitalen Zwilling technische Weiterentwicklung mit organisatorischer Zusammenarbeit und öffentlicher Kommunikation. Das Projekt zeigt, wie Digitalisierung im kommunalen Kontext auf bestehende Strukturen aufsetzen und gleichzeitig neue Impulse setzen kann.
VC Suite Komponenten für Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Sie möchten die Potenziale eines Urbanen Digitalen Zwillings nutzbar machen? Gerne zeigen wir Ihnen Möglichkeiten, wie Sie dieses Vorhaben strategisch, organisatorisch und technisch umsetzen können – mit einem Zwilling für alle: Planung, Klima, Öffentlichkeit.