Digitaler Zwilling Stadt Arnsberg: Wie Kommunen Starkregen, Solar und Windkraft verständlich bewerten
Im Webinar vom 17. Juni 2026 zeigten die Stadt Arnsberg und Virtual City Systems, wie ein Digitaler Zwilling eingesetzt werden kann, um Klimathemen wie Starkregen, Solarenergie und Windkraft nachvollziehbar darzustellen.
Im Fokus standen konkrete Fragen aus der Praxis: Wie werden Risiken sichtbar? Wie lassen sich Potenziale bewerten? Und wie gelingt eine verständliche Darstellung? Yvonne Kaiser, Projektleiterin Smart City bei der Stadt Arnsberg, führte durch die Anwendungen. Henry Farr, Head of Sales bei Virtual City Systems, ergänzte die Einordnung der Daten und Funktionen.
Digitaler Zwilling Stadt Arnsberg: Teil der Klimastrategie
Der Digitale Zwilling ist in Arnsberg eng mit der Smart City Strategie und den Klimazielen der Stadt verknüpft.
„Alle Anwendungen im Digitalen Zwilling richten sich in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaschutz.“ – Yvonne Kaiser, Projektleiterin Smart City bei der Stadt Arnsberg
Der Urbane Digitale Zwilling dient dabei als gemeinsame Grundlage, um unterschiedliche Themen im räumlichen Kontext zusammenzuführen.
Windkraftanlagen im Kontext darstellen
Ein weiterer Anwendungsfall war die Visualisierung geplanter Windkraftanlagen. Yvonne Kaiser zeigte, wie sich diese Anlagen maßstabsgetreu in das Stadtmodell integrieren lassen. Ergänzend nutzte sie Sichtanalysen, um zu prüfen, von welchen Standorten aus Anlagen tatsächlich sichtbar sind.
„Das hilft, Windkraftanlagen realistisch im räumlichen Umfeld darzustellen.“
– Yvonne Kaiser, Projektleiterin Smart City bei der Stadt Arnsberg
Im Webinar wurde deutlich, dass Windkraftanlagen insbesondere im Kontext der öffentlichen Wahrnehmung diskutiert werden. Yvonne Kaiser erläuterte, dass geplante Anlagen in der Vergangenheit häufig auf Grundlage von Fotomontagen bewertet wurden, die ihre tatsächliche Wirkung im Raum nicht korrekt wiedergegeben haben.
Der Digitale Zwilling setzt hier eine realitätsnahe Einordnung entgegen: Anlagen können maßstabsgetreu in das Modell eingebunden und aus konkreten Perspektiven betrachtet werden. So wird sichtbar, wie sich geplante Windkraftanlagen tatsächlich im Stadtbild auswirken und welche Bereiche davon betroffen sind.
Auf dieser Grundlage lassen sich bestehende Darstellungen einordnen und die Auswirkungen geplanter Anlagen im räumlichen Zusammenhang nachvollziehbar bewerten.
Hochwasser und Starkregen räumlich einordnen
Zum Einstieg zeigte Yvonne Kaiser im Digitalen Zwilling, wie sich Hochwasserereignisse im Stadtgebiet auswirkten. Unterschiedliche Szenarien machen sichtbar, welche Bereiche betroffen sein können. Entscheidend ist dabei der direkte Bezug zum konkreten Ort:
„Bürgerinnen und Bürger können nachvollziehen, wie sich zum Beispiel ein Hochwasserereignis auf ihre eigene Umgebung auswirken würde.“ – Yvonne Kaiser, Projektleiterin Smart City bei der Stadt Arnsberg
Gerade in Arnsberg, wo die Ruhr durch das Stadtgebiet verläuft, entsteht so ein klares Verständnis für Risiken und mögliche Auswirkungen.
Solarpotenzial am Gebäude differenziert bewerten
Anschließend zeigte Yvonne Kaiser die Solarpotenzialanalyse direkt am Gebäude. Die Bewertung erfolgt flächenscharf am Modell. So wird sichtbar, welche Bereiche eines Gebäudes besonders geeignet sind.
„Die Auswertung lässt sich bis auf einzelne Flächen eines Gebäudes herunterbrechen.“ – Yvonne Kaiser, Projektleiterin Smart City bei der Stadt Arnsberg
Im Webinar stellte Yvonne Kaiser den integrierten Rechner der VC Solar App vor. Damit lässt sich für einzelne Flächen eine erste Einschätzung zur Nutzung und Wirtschaftlichkeit vornehmen. Die solare Eignung von Gebäude- und Freiflächen kann direkt im Modell berechnet werden, wobei sich Annahmen zu Verbrauch, Nutzung oder Kosten individuell anpassen lassen. Auf dieser Grundlage lassen sich potenzielle Erträge, CO₂-Einsparungen und wirtschaftliche Effekte ableiten.
Wie die Anwendungen im Urbanen Digitalen Zwilling zusammenkommen
Henry Farr griff die Beispiele anschließend auf und ordnete sie ein. Er beschrieb den Urbanen Digitalen Zwilling als Zusammenführung verschiedener Geodaten – von Gelände über Gebäude bis hin zu Fachinformationen. Die gezeigten Anwendungen entstehen aus genau diesem Zusammenspiel. Daten werden verknüpft, analysiert und anschließend visuell zugänglich gemacht.
Simulation richtig einordnen
Ein Punkt aus dem Webinar war die Einordnung des Begriffs „Simulation“. Viele Inhalte – etwa Hochwasser- oder Starkregenszenarien – basieren auf vorhandenen Berechnungen, die im Digitalen Zwilling visualisiert werden.
„Simulation ist immer eine Frage der Perspektive.“ – Henry Farr, Head of Sales bei Virtual City Systems
Entscheidend war weniger die Komplexität der Modelle als die verständliche Darstellung der Ergebnisse.
Q&A: Fragen aus dem Webinar
Teilweise. Häufig handelte es sich um die Visualisierung bereits berechneter Szenarien.
Nein. Die Darstellung erfolgte über Flächen und Farbwerte.
Nicht als Standardfunktion, sondern im Kontext spezifischer Projekte.
Die gezeigten Ergebnisse wurden als nah an realen Berechnungen beschrieben.
Die Visualisierung half, Planungen nachvollziehbar zu machen und einzuordnen.
Fazit: Verständliche Darstellung als entscheidender Faktor
Der Digitale Zwilling Stadt Arnsberg zeigt, wie sich Klimathemen konkret und räumlich nachvollziehbar darstellen lassen. Der Mehrwert liegt nicht nur in den Daten, sondern in ihrer Darstellung: Zusammenhänge werden sichtbar, Bewertungen verständlich und Entscheidungen besser einordenbar.
Damit wird der Urbane Digitale Zwilling zu einem Werkzeug für Planung und Kommunikation.