EnergieversorgerPartnerUrbaner Digitaler ZwillingWebinar
Digitaler Zwilling für Energieversorger: Wie MITNETZ STROM die Netzplanung ins 3D-Zeitalter hebt
Im Rahmen unseres Webinars am 19. November 2025 gaben MITNETZ STROM, GISA und Virtual City Systems exklusive Einblicke in ein gemeinsames Projekt: den Aufbau eines Urbanen Digitalen Zwillings für die Energieinfrastruktur. Ziel ist es, Netzdaten zu verknüpfen, Prozesse zu beschleunigen und neue Planungsdimensionen zu erschließen.
Webinar-Rückblick: Digitale Zwillinge im Einsatz bei MITNETZ STROM
Wie plant man ein neues Umspannwerk? Wie lassen sich Leitungsnetze besser visualisieren, Betriebsrisiken früher erkennen oder Genehmigungsverfahren beschleunigen? Die Antwort auf diese und viele weitere Fragen liegt in einem Digitalen Zwilling, der weit über eine klassische 3D-Darstellung hinausgeht.
Im Rahmen eines gemeinsamen Webinars gaben MITNETZ STROM, GISA und Virtual City Systems Einblick in ein Projekt, das neue Maßstäbe für die digitale Netzplanung setzt: ein Urbaner Digitaler Zwilling, der das gesamte Stromnetzgebiet inklusive Umspannwerken, Trassen, Assets und Betriebsdaten dreidimensional abbildet – und dabei als zentrale Plattform für Datenintegration, Planung und Betriebsunterstützung dient.
Digitale Infrastruktur braucht digitale Planungsplattformen
Der Stromnetzbetrieb steht vor großen Herausforderungen: Der Netzausbau muss schneller gehen, Genehmigungen reibungsloser laufen, Informationen zentraler verfügbar sein. Genau hier setzt MITNETZ STROM mit dem Digitalen Zwilling an.
Die Ziele:
- Alle relevanten Netzdaten in einem System vereinen
- 2D-GIS-Daten in realitätsnahe 3D-Modelle überführen
- Planungs- und Betriebsprozesse digital vernetzen
- Bestehende Systeme wie GIS, Asset Management oder Primtech über Schnittstellen anbinden
- Nutzerfreundliche Visualisierung für alle Rollen: vom Planer bis zur Instandhaltung
„Unsere Vision ist, viele Datenströme zusammenzuführen – von Lidar bis Asset-Informationen – und sie über eine räumlich verknüpfte Plattform nutzbar zu machen.“
Vom Proof-of-Concept zur operativen Plattform
Ausgangspunkt war ein 3D-Modell eines Umspannwerks als Machbarkeitsstudie. Daraus ist inzwischen eine Plattform gewachsen, die:
- Über 100 Punktwolken aus Lidar-Daten verarbeitet
- Mehr als 250 Leitungstrassen mit realistischen 3D-Leitungsmodellen darstellt
- Den Zustand von Betriebsmitteln anhand von Risikoscores visuell aufbereitet
- 3D-Panoramabilder für Fernwartung und Inspektion integriert
- Über ein Geländemodul Planer bei der Standortwahl und Massenermittlung unterstützt
Typische Anwendungsfälle für Netzbetreiber
Die Plattform unterstützt unter anderem folgende Prozesse:
- Standortfindung & Grobplanung: Flurgrundstücke, Schutzgebiete, Hochwasserzonen und Leitungsnähe werden direkt im 3D-Modell geprüft.
- Anlagenplanung & Variantenvergleich: Umspannwerke lassen sich als Standardmodelle platzieren, bewerten und exportieren.
- Asset Management & Betriebsunterstützung: Betriebsmittelzustände werden farblich kodiert dargestellt, 3D-Panoramen erleichtern Wartung und Störfallmanagement.
- Genehmigungsverfahren: Realistische Visualisierungen helfen, komplexe Vorhaben für Behörden, Politik und Öffentlichkeit nachvollziehbar zu machen.
- Kommunale Zusammenarbeit: Auch Themen wie kommunale Wärmeplanung oder Solarpotenziale lassen sich integrieren.
„Das Projekt ist für uns ein echtes Herzensprojekt geworden – es zeigt, wie viel man mit klaren Anwendungsfällen, starken Partnern und technischer Tiefe erreichen kann.“
VCS-Technologie als Grundlage
Die technische Basis für den Urbanen Digitalen Zwilling liefert die VC Map von Virtual City Systems. Sie ermöglicht die Einbindung verschiedenster Datenquellen – von Lidar-Scans über WMS-Dienste bis hin zu Asset-Datenbanken – und verknüpft diese räumlich über offene Standards wie CityGML. Mit Zusatzmodulen wie dem Geländewerkzeug, Planungsbibliotheken oder dem 3D-Panorama-Viewer werden wichtige Prozesse wie Standortanalyse, Variantenvergleich und Betriebsunterstützung direkt im Browser abgebildet.
Die modularen Schnittstellen und das System-of-Systems-Prinzip der VC Map unterstützen GISA und MITNETZ STROM dabei, die bestehende Systemlandschaft ohne Medienbruch zu erweitern – nicht zu ersetzen.
Fazit: Digitaler Zwilling als Fundament der Netztransformation
Was MITNETZ STROM gemeinsam mit GISA und Virtual City Systems umsetzt, zeigt das Potenzial Digitaler Zwillinge im Energiebereich auf eindrucksvolle Weise. Die Plattform schafft nicht nur mehr Transparenz über die Netzinfrastruktur, sondern vernetzt Informationen, Akteure und Systeme auf eine Weise, die bisher nicht möglich war. Damit wird der Urbane Digitale Zwilling zum Fundament einer modernen, flexiblen und datenbasierten Netzplanung.