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VC XPlan: Bebauungspläne in 3D erleben und besser vermitteln
Im Rahmen unseres Webinars am 17. Dezember 2025 gaben Walter Schlaghecken (Kreisverwaltung Kleve) und Elisa Dutsch (Virtual City Systems) Einblicke in die Arbeit mit VC XPlan. Anhand konkreter Beispiele zeigten sie, wie sich XPlan-konforme Bebauungspläne direkt in der VC Map 6 automatisch als 3D-Baufenster visualisieren lassen. Ziel ist es, Planungsinhalte verständlicher darzustellen, Prüfprozesse zu beschleunigen und mehr Transparenz in Planung und Kommunikation zu schaffen.
Webinar-Rückblick: Warum VC XPlan die Lesbarkeit von Bebauungsplänen verändert
Bebauungspläne sind zwar Grundlage kommunaler Entscheidungen, gleichzeitig aber für viele Beteiligte schwer zugänglich. Genau hier setzt VC XPlan an: Das Plugin verwandelt XPlan-konforme Bebauungspläne „on the fly“ innerhalb der VC Map 6 in anschauliche 3D-Baufenster. Der Mehrwert in der Praxis ist deutlich:
- Fachplaner:innen prüfen neu digitalisierte Pläne visuell schneller und erkennen Unstimmigkeiten früher.
- Entscheidungsträger:innen bekommen eine Darstellung, die sich in Ausschüssen und Ratssitzungen verständlich vermitteln lässt.
- Bürger:innen können geplante Festsetzungen leichter nachvollziehen. Ein Plus für Transparenz und Beteiligung.
XPlanung als Grundlage: Standardisierung trifft Anwendbarkeit
Die technische Basis ist XPlanung. Etabliert als zentraler Austauschstandard in der Bauleitplanung und Raumplanung ermöglicht es den verlustfreien Austausch digitaler Planwerke.
Für den 3D-Kontext entscheidend: XPlanung beschreibt Planwerke zwar geometrisch primär in 2D, die Objekte enthalten aber Attribute (z. B. zur Höhe oder Geschossigkeit), die für eine 3D-Interpretation genutzt werden können. Genau das macht VC XPlan sichtbar.
Vollvektoriell vs. teilvektoriell: Wann 3D wirklich automatisch funktioniert
Im Webinar wurde ein zentraler Praxispunkt klar: Ob eine automatische 3D-Darstellung möglich ist, hängt stark davon ab, wie XPlan-Daten bereitgestellt werden.
- Teilvektoriell: Häufig ist nur der Geltungsbereich vektorisiert, der Planinhalt liegt als Raster/Scan vor. Das reicht für Metadaten und Anzeige, aber kaum für echte Auswertung.
- Vollvektoriell: Planinhalte liegen als einzelne Objekte mit Sachdaten vor. Das ist die Voraussetzung, damit VC XPlan die Inhalte automatisiert interpretieren und 3D-Baufenster erzeugen kann.
Kurz: Je besser die Datenstruktur, desto stärker kann VC XPlan sein Potenzial ausspielen.
Was VC XPlan in 3D zeigt
Wichtig: VC XPlan visualisiert nicht ein konkretes Gebäude, sondern den maximal überbaubaren Raum als transparente 3D-Darstellung. Damit ist die Visualisierung:
- planungslogisch (es geht um Festsetzungen),
- kommunikativ hilfreich (man sieht „was möglich wäre“),
- aber keine Architektur- oder LOD2-Modellierung.
Wie entstehen die 3D-Baufenster in VC XPlan
Für die automatische Ableitung werden insbesondere Festsetzungen ausgewertet, die die vertikale Ausdehnung bestimmen. Typischerweise über:
- Höhenangaben (wenn vorhanden), oder
- alternativ Vollgeschosse (wenn keine konkrete Höhe festgesetzt ist).
Die Grundlogik, die im Webinar erklärt wurde:
- Konkrete Höhenangaben haben Priorität (sie sind eindeutiger).
- Wenn keine Höhe vorliegt, kann aus Geschossigkeit und einer Standard-Geschosshöhe eine plausible Darstellung abgeleitet werden (nicht als exakte Bauvorhersage sondern als Orientierung).
- Um Interpretation zu erleichtern, lassen sich Darstellungsstile nutzen (z. B. farblich nach Art der Höhenauswertung).
Technischer Hinweis
In XPlan können Höhen komplexer definiert sein (Bezug, Art der Festsetzung, Bezugspunkt wie Traufe/First). VC XPlan nutzt hierfür ein Regelwerk und macht, auch wenn nicht alles gleichzeitig im Kubus sichtbar ist, die vollständigen Attribute über die Sachdatenabfrage transparent.
Praxisbeispiel Kreis Kleve: Vom XPlan-Datenbestand zur Ratsvisualisierung
Die 3D-Darstellung ergänzt die XPlan-konforme Datenbasis als logischer Baustein im Baupotenzialregister und erleichtert die Vermittlung von Planungsinhalten. Walter Schlaghecken zeigte live, warum der Kreis Kleve diesen Schritt geht. Besonders anschaulich war das Demo-Szenario für die Praxis:
- Pläne finden per Suche, Attributfilter und räumlichem Filter
- relevante Pläne zur Sitzung zusammenstellen („hinzugefügte Pläne“)
- Bestandsbebauung, Planlayer und 3D-Baufenster gezielt ein-/ausblenden
- Perspektiven so vorbereiten, dass sich Höhen und Auswirkungen im Umfeld direkt diskutieren lassen
VC XPlan als Werkzeug zur Qualitätsprüfung von XPlan-Daten
Ein starkes Praxis-Learning aus der Demo: VC XPlan eignet sich nicht nur zur Darstellung, sondern auch zur Qualitätskontrolle. Wenn in einem Bereich erwartete 3D-Baufenster fehlen, kann das ein Hinweis sein, dass:
- notwendige Attribute (Höhe/Geschossigkeit) im Datensatz fehlen oder
- die Erfassung unvollständig ist.
In der Demo wurde genau dieser Fall gefunden und über den Abgleich mit dem Plan-PDF plausibilisiert. Ein sehr praktischer Workflow für Kommunen, die Datenbestände prüfen oder Dienstleister-Ergebnisse abnehmen möchten.
Fragen aus dem Webinar: Die wichtigsten Antworten auf einen Blick
Können die 3D-Baufenster exportiert werden?
Ja. Im Webinar wurde ein Export (u. a. als GeoJSON) bestätigt.
Werden GRZ/GFZ automatisch berücksichtigt?
Nein. VC XPlan fokussiert auf die Visualisierung des maximalen überbaubaren Raums über Höhen/Geschossigkeit. Für Varianten- und Kennzahlenprüfungen bietet sich eher die Kombination mit Planungstools an.
Ist VC XPlan an eine bestimmte Backend-Lösung gebunden?
Im Webinar wurde die Entwicklung am Beispiel der XPlan-Box gezeigt. Grundsätzlich ist die Anbindung weiterer XPlan-konformer Backends über Webservices denkbar (abhängig von Schnittstellen und Projektsetup).
Fazit: VC XPlan macht Planungsrecht für Fachwelt, Gremien und Öffentlichkeit schneller verständlich.
VC XPlan zeigt, wie sich Standardisierung (XPlanung) in echten Mehrwert übersetzen lässt.
Bebauungspläne werden direkt im 3D-Kontext der VC Map 6 sichtbarer, Diskussionen verständlicher, und Datenqualität prüfbarer.